Appenzellerland. Ein intensives «Trainingslager» absolvierten die drei Appenzeller Spitzenschreiner. - WK/MC
Die drei Jungschreiner mit einem «Oberteil» für den Salontisch (von links): Peter Enzler (Weishaupt AG, Appenzell), Peter Müller (Lehrbetrieb Danuser AG, Herisau), Roman Grögli (Welz AG, Trogen).
Ferienzeit – die einen verbringen sie weit weg, andere im Alpstein. Nochmals andere in der Appenzeller Holzfachschule Teufen: Peter Müller, Peter Enzler und Roman Grögli. Sie waren letzte Woche vom Mittwoch bis Samstag vier Tage lang intensiv und konzentriert an der Arbeit. Es ging darum, ihnen eine zusätzliche Trainingsmöglichkeit für die Schweizer Meisterschaften im September zu verschaffen – eine Trainingsmöglichkeit, die in dieser Form wohl schweizweit einzigartig ist. Zum einen hatten sie Gelegenheit, die Aufgabe aus dem Jahr 2007 nachzubauen; zum andern bezogen alle drei entweder Ferientage oder bauten Überzeit ab und hängten den freien Samstag zusätzlich an. Die Aufgabe aus dem Jahr 2007 war ein Salontisch, bestehend aus einem trapezförmigen Korpus mit vier Beinen, und dem eigentlichen Tisch mit einer Glasscheibe in der Mitte. Die drei Jungschreiner erhielten vorgängig eine Werkstoffliste, konnten die Holzart aber frei wählen. Zwei entschlossen sich für Ahorn im obern Teil und Nuss unten, einer für Eiche und Esche. «Diese vier Tage sind die Krönung des bisherigen Zusatztrainings mit je fünf Stunden nach Feierabend einmal pro Woche», erklärt Thomas Vogler, Reute, eidg. dipl. Schreinermeister/Berufsschullehrer und Ausbildungs-Verantwortlicher des Schreinermeisterverbandes beider Appenzell. Nach der Sommerpause bleibt nicht mehr viel Zeit: Noch ein Training, dann folgt bereits die vierte und vorletzte Ausscheidungsrunde; anschliessend nochmals zwei Trainings, und schon wird an der Schweizer Meisterschaft um die zwei Tickets für die Berufs-WM gekämpft.
Pläne lesen, Zeitfaktor
Am Mittwoch galt es vorerst einmal eine halbe Stunde lang, die Pläne zu studieren und allfällige Fragen zu klären. Sich rasch informieren und orientieren können bei den Plänen, ist eine Voraussetzung für einen Spitzenplatz national oder international. «Aber den Faktor Zeit dürfen wir auch nicht vergessen», spricht Vogler eine weitere Knacknuss des Wettbewerbs an. Wenn Zwingen angesetzt werden, hilft Thomas Vogler mit. «In der Werkstatt hilft man einander ja auch; Schreiner ist ein Beruf, wo man zeigen kann, dass es Zusammenarbeit braucht». Die drei Spitzenschreiner arbeiten konzentriert – und sind dennoch für ein Spässchen zu haben. «Das sind unsere schönsten Ferien», witzelt einer. Ein anderer, gleich wieder ernst, fügt an: «Es gibt ja noch anderes als diese drei Ferientage, das wir für unsere Zusatzausbildung hergeben müssen. Aber an die Schweizer Meisterschaft geht man ja nur einmal».
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