In der Woche vom 24. bis 31. Juli 2010 hätte das Zeltlager von Blauring und Jungwacht Oberegg in Klöntal stattfinden sollen. Ein verheerendes Unwetter am Mittwoch, 21. Juni, überflutete jedoch den Lagerplatz und zerstörte grosse Teile des bereits aufgestellten Lagerinventars. Die Lagerleitung entschied darauf den Lagerabbruch und informierte alle Eltern per Telefon, dass das Lager nicht stattfindet.
Blauring und Jungwacht Oberegg sind für eine gute Zeltlager-Infrastruktur bekannt. Damit diese bei der Ankunft der Kinder am Samstag steht, reisen jeweils etwa 15 Leiterinnen und Leiter schon am Mittwoch in ein Vorlager. In Rekordzeit gelang es den Leiterinnen und Leitern, dieses Jahr das Aufenthaltszelt und das Küchenmaterialzelt aufzustellen, in welchem viel persönliches Material und Nahrungsmittel im Wert von knapp Fr. 2000.- vom Regen in Sicherheit gebracht wurden. Natürlich bemerkten die Jugendlichen, dass der direkt angrenzende Fluss durch den einsetzenden Regen anschwoll, trotzdem wurden sie gegen 19.30 Uhr von der Schlamm-Wasser-Flutwelle überrascht. Gefahr an Leib und Leben bestand nicht; aber chancenlos mussten die Leiter zusehen, wie innerhalb von nur 20 Minuten das Küchenmaterialzelt von den Wassermassen «ausgeräumt» wurde. Material, das an den Jugendlichen vorbeischwomm, ergriffen sie und warfen es auf höher gelegene Hügel. Viel ausgeliehenes Material vom Zivilschutz Oberegg konnte so gerettet werden. Aber die Nahrungsmittel, zum Teil auch ganze Rucksäcke und viel Material, das für die Programmblöcke bereit stand, wurden buchstäblich den Bach hinunter gespült.
Die Leiterschaft wird sich am Dienstag, 27. Juli, im Saal vom Restaurant Ochsen zu einer Schlussbesprechung treffen. Traurig und frustriert blicken Jungwächtler, Blauringmädchen, Leiterinnen und Leiter zurück auf ein Lager, das nie stattgefunden hat.
Der Lagerplatz «Hinter Saggberg» ist bei Jugendgruppen sehr beliebt, gehört der Gemeinde Glarus und galt bisher als sicher, bestätigte der zuständige Förster und Platzchef Franz Müller. Noch nie sei der Bach, der im Normalfall ausgetrocknet sei, an dieser Stelle über die Ufer getreten. Ein Älpler, der seit 30 Jahren die Alp bewirtschaftet, hat so etwas auch noch nie erlebt. Zwei bis drei Tage müsse es intensiv regnen, bis überhaupt Wasser käme. Das lokale Gewitter am Mittwochabend schaffte es trotzdem, grossen Schaden anzurichten.