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Sa. 6. März 2010 - 10:02 Uhr
Erfolg für Appenzeller Buchautor: «Endstation Algerien» in zweiter Auflage

Dieser Tage ist die zweite erweiterte Auflage des Buches „Endstation Algerien“ von Militärhistoriker Vincenz Oertle, Gais, erschienen. - AZMC

Auch der Rheintaler Fremdenlegionär Walter Weder hatte in Algerien eine knüppelharte Ausbildung zu absolvieren.
 
Auch der Rheintaler Fremdenlegionär Walter Weder hatte in Algerien eine knüppelharte Ausbildung zu absolvieren.

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Das Buch befasst sich mit dem Schicksal von Schweizer Fremdenlegionären in Algerien und beleuchtet u.a. das tragische Leben von Walter Weder. 
 
Mitte der 1950er Jahre erhielt der damalige Gemeinderatsschreiber von Balgach, Willy Kamm, aus Paris ein Kistchen mit wenigen Habseligkeiten des in der Gemeinde wohnhaft gewesenen Fremdenlegionärs Walter Weder. Das Kistchen gelangte später in den Besitz von Buchautor Vincenz Oertle, der im Archiv der Schweizer Militärjustiz auch punkto Walter Weder fündig wurde.
 
In eine Anstalt abgeschoben
Der am 5. April 1929 unehelich geborene Walter Weder wurde von der Heimatgemeinde Balgach kaltherzig in die Erziehungsanstalt Wyden, Balgach, abgeschoben. Walter Weder später vor Militärgericht: „Wir haben öfters Schläge erhalten. Nach meiner Konfirmation im Jahre 1946 wollte mich meine Mutter zu sich nehmen. Der Vormund aber verdingte mich bei einem Landwirt in Oberhasli ZH.“ Hier hielt sich Weder „schlecht“ und wurde kurzerhand in die Knabenerziehungsanstalt Oberuzwil SG eingewiesen. Später begann er eine Käserlehre. Walter Weder: „Ich hatte es nicht schön. Ich durfte nie zusammen mit den Meistersleuten in der Stube sein. Vater und Mutter fehlten mir.“
 
Enttäuschungen auch in der Rekrutenschule 
Weder hoffte auf eine gerechte Behandlung in der Rekrutenschule. Auch hier aber blieb das Pech an seiner Seite, und nach zehn Tagen scharfem Arrest wurde er entlassen. Nach weiteren Bagatellverfehlungen folgte eine erneute Verurteilung. Im August 1951 setzte sich der damals bei einem Bauern in Balgach als Knecht arbeitende Weder in Richtung Frankreich ab. Walter Weder trat in die Fremdenlegion ein und hatte in Algerien die harte Grundausbildung zu absolvieren. Dann kam er im Indochinakrieg zum Einsatz. Am 30. April 1952 wurde er vom Divisionsgericht 7A in Glarus in Abwesenheit zu fünf Monaten Gefängnis, zu zwei Jahren Einstellung in der bürgerlichen Ehrenfähigkeit und zum Ausschluss aus dem Heer verurteilt. Legionär Weder verstarb an schwersten Kriegsverletzungen am 13. Juni 1954.
 
„Endstation Algerien“ von Vincenz Oertle, ISBN 3-9522456-9-0, 360 Seiten, viele Illustrationen, Fr. 39.--, erhältlich im Buchhandel und direkt beim Verlag Appenzeller Volksfreund, Appenzell, www.dav.ch, Tel. 071 788 30 00.
 
Bild und Text Peter Eggenberger

 
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