2008 und 2009 sei ein grosses Gämssterben beobachtet worden, vom Alpstein bis zum Rütispitz im Toggenburg, in den Gebieten Altmann, Kreuzberge und Kronberg. Obwohl der Nachwuchs sehr gut gewesen sei, hätten nur wenige Tiere den ersten Winter überlebt, sagt der Innerrhoder Jagd- und Fischereiverwalter Alfred Moser.
Mehrere Gründe
«Es gibt mehrere Gründe für die Reduktion von Gämspopulationen,» sagt Martin Baumann vom Bundesamt für Umwelt: «So können Krankheiten, Störungen und Konkurrenz, etwa durch Schafe, zu einem Rückgang führen, aber auch Prädation durch den Luchs und den Wolf.» In der Schweiz aber sei die Gämspopulation insgesamt stabil, sagt Baumann. Grossflächig werde kein Gämssterben beobachtet. Das Problem im Alpstein sei deshalb ein regionales Phänomen. «Im Berner Oberland wurde nachgewiesen, dass der Gleitschirmbetrieb zur Abnahme der Kondition lokaler Gämspopulationen führte,» so Baumann. «Auch wenn wir im Alpstein noch nicht so genau wissen, was zur Abnahme der Gämspopulation führte, bin ich froh darüber, dass das Problem von den Kantonen ernst genommen wird,» sagt Baumann. Das Problem der zunehmenden Störung durch Freizeitbetrieb sieht er als sehr ernste Entwicklung an. Insbesondere seien Störungen im Winter fatal.
Durch Zecken übertragene Krankheit
Den Gämsen macht möglicherweise auch eine neue Krankheit zu schaffen: Unter anderem wurden im Kanton St. Gallen, am Tössstock zwischen 2005 und 2009 tote Gämsen gefunden. Die Symptome: Blutarmut, gelbliche Haut, geschwollene Milz. Analysen der Universitäten Bern und Zürich ergaben eine Infektion mit «Babesia capreoli». Das sind durch Zecken übertragene Blutparasiten. Menschen befällt dieser Blutparasit nicht.
Nicht dramatisieren – Abschüsse minimieren
Der Ausserrhoder Jagdverwalter Willi Moesch warnt davor, die Situation bei den Gämsen zu dramatisieren. Es sei wichtig, Sorge zu tragen und die Abschüsse zu minimieren. Die Gründe für den Populationsrückgang seien unklar.