Dieses Gebiet liegt westlich der Schützenbergstrasse und umfasst namentlich das ganze Areal der Gärtnerei. Diese grosse Rutschmasse hat sich mit Verzögerung von zirka einem Monat nach Beginn der letzten intensiven Niederschlagsperiode beschleunigt. Seit Messbeginn im April 2010 sind Verschiebungen bis 5 cm aufgetreten. Am sichtbarsten sind ein Wohnhaus sowie die Zufahrt (Sonnenbergweg) betroffen. Die Risse im Gebäude wurden von den Bewohnern erstmals im Juli 2009 beobachtet. Im Januar 2010 wurde der Auftrag für geotechnische Abklärungen erteilt. Als wahrscheinliche Ursache der Rutschbewegung wurde im Bericht vom März 2010 auf eine im Oktober 2008 durchgeführte Erdsondenbohrung hingewiesen, welche eine Wasserwegigkeit zu anderen, durchlässigen Schichten geschaffen haben könnte. Ein anderer Geologe macht den Hinweis, dass schon früher Bewegungen stattgefunden haben. Der Hang wird mit 41 Messpunkten überwacht. Nachdem die ersten Messungen noch keine eindeutigen Bewegungen ergaben, zeigte sich Ende Juni 2010 eine verstärkte Risszunahme. Offensichtlich reagiert die Rutschmasse verzögert auf die intensive Niederschlagsperiode und damit auf eine Veränderung des Hangwasserhaushaltes.
Trinkwasserversorgung wird zum Problem
Ein wesentlicher Gefährdungspunkt stellt die im Anrissbereich verlaufende Ringleitung der Wasserversorgung dar. Da weder die Haupt- noch die Hauszuleitungen grössere Verschiebungen mitmachen können, nahm die Wasserversorgung die Ringleitung im Sonnenbergweg am 8. Juli ausser Betrieb und versorgt nun die anstossenden Liegenschaften oberirdisch mit Trinkwasser. Die Aushubarbeiten des Neubaus Ochsen, die aufgrund der zeitlichen Staffelung nicht als Ursache für die Hangbewegung in Frage kommen, sind eingestellt worden. Ebenso die Bohrarbeiten für die Erdsonden. Die Baustelle wird mit verschiedenen Messpunkten überwacht. Die Öffentlichkeit ist mit einem Problem im Dorfkern konfrontiert, das den privaten Bereich übersteigt. Die Rutschmasse, von welcher bisher weder die Mächtigkeit noch die südöstliche Ausdehnung bekannt sind, «kriecht» in Richtung der Überbauung Ochsen und tangiert damit auch Gemeindebesitz wie die Schützenbergstrasse, die Turnhalle Dorf und den vorgelagerten Parkplatz sowie Werkleitungen.
Gemeinderat engagiert sich
Nachdem am Anfang von einer rein privaten Angelegenheit ausgegangen worden war, hat der Gemeinderat am 13. Juli entschlossen, sich aktiv bei der Prävention zu engagieren und mit der Leitung der Arbeitsgruppe eine Lead-Funktion zu übernehmen. Es geht dabei ausschliesslich um eine Lösungssuche für den Zeitraum bis Mitte Oktober 2010. Für die Erstellung von Kernbohrungen, die Erweiterung des Messnetzes und weitere Folgemessungen hat der Gemeinderat einen entsprechenden Nachtragskredit in der Höhe von CHF 90'000.– freigegeben.
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