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Di. 20. Juli 2010 - 09:05 Uhr
Jeder vierte Rücksitzpassagier schnallt sich nicht an

Fokus. Die bfu-Erhebung der Gurtentragquote 2010 zeigt: Die Schweizer haben Aufholbedarf beim Gurttragen. - bfu/MC

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Keine grösseren Veränderungen bei der Gurtentragquote gegenüber dem Vorjahr: Das hat die repräsentative bfu-Zählung 2010 ergeben. Schweizweit schnallen sich 88 Prozent der Lenker an (2009: 87 Prozent), bei den Beifahrern sind es 89 Prozent (2009: 88 Prozent). Auf den Rücksitzen hat sich die Quote von 68 Prozent auf 74 Prozent erhöht.

Unbefriedigend tiefe Tragquote auf den Rücksitzen
Die diesjährige repräsentative Erhebung der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung über die Tragquote bei Sicherheitsgurten zeigt für die einzelnen Landesteile ein unterschiedliches Bild. Im Tessin tragen 77 Prozent der Lenker (2009: 83 Prozent) und 79 Prozent der Beifahrer (2009: 84 Prozent) den Sicherheitsgurt. Der letztjährige markante Anstieg der Tragquote erwies sich somit als nicht nachhaltig. In der Westschweiz sind 83 Prozent der Lenker (2009: 82 Prozent) und 84 Prozent der Beifahrer (2009: 84 Prozent) angeschnallt. Wie in der Romandie bleiben die Tragquoten auch in der Deutschschweiz nahezu unverändert auf dem Stand von 2009: 90 Prozent der Lenker (2009: 89 Prozent) und 91 Prozent der Beifahrer (2009: 89 Prozent) befolgen gemäss Erhebung dieses Jahr das Gurtenobligatorium. Immerhin zeigt sich bei den Rücksitzpassagieren schweizweit eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Bedenkt man allerdings, dass das Anschnallen auch auf den Rücksitzen seit 1994 obligatorisch ist, ist die Tragquote von 74 Prozent (2009: 68 Prozent) noch immer unbefriedigend tief.

Der Sicherheitsgurt: Ein wichtiger Lebensretter
Der Sicherheitsgurt gehört nach wie vor zu den wichtigsten Lebensrettern im Strassenverkehr. Schätzungen zufolge hat er in den 50 Jahren seit seiner Erfindung den Tod von weltweit über einer Million Menschen verhindert. Würden sich alle Fahrzeuginsassen konsequent anschnallen, könnten in der Schweiz jährlich rund 40 Menschenleben gerettet und 150 schwere Verletzungen vermieden werden. Obwohl die Statistiken in den letzten Jahren einen Anstieg der Tragquoten auswiesen, hat die Schweiz noch einen langen Weg vor sich, um zu den Nachbarländern aufzuschliessen (zum Vergleich die Tragquoten bei Fahrzeuglenkern innerorts: Deutschland 96 Prozent, Frankreich 98 Prozent, Schweiz 83 Prozent). Die bfu, das Schweizer Kompetenzzentrum für Unfallprävention, engagiert sich gemeinsam mit Partnern und insbesondere der Polizei dafür, dass das Anschnallen im Auto in der Schweiz immer mehr zur Selbstverständlichkeit wird – auch auf den Rücksitzen.


 
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