ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann hat frühestens nächste Woche eine Chance, aus der Untersuchungshaft freizukommen. Sein Verteidiger Reinhard Birkenstock hat beantragt, den Haftbefehl aufzuheben. Die zuständige Strafkammer will aber «voraussichtlich erst in der nächsten Woche» darüber entscheiden. Die Staatsanwaltschaft hält an ihrer Anklage gegen Kachelmann fest. Birkenstock begründet seinen Antrag auf Freilassung Kachelmanns unter anderem mit dem aussagepsychologischen Gutachten, das inzwischen vorliegt. Dieses kommt laut «Spiegel» zu dem Schluss, dass die Schilderung der Vergewaltigung durch die Exfreundin Kachelmanns«nicht die Mindestanforderungen an die logische Konsistenz, Detaillierung und Konstanz» erfüllt. Zweifel gibt es dem Bericht zufolge aber auch daran, ob die Verletzungen der 36-jährigen Frau wirklich von einer Vergewaltigung stammen.
Laut «Spiegel» hat die Exfreundin erst ausgesagt, sie habe am 8. Februar einen Brief in ihrem Briefkasten vorgefunden mit Flugticket-Kopien aus dem Jahr 2008 von Kachelmann und einer anderen Frau sowie einem Schreiben mit dem Satz «Er schläft mit ihr». Später gab sie dem Bericht zufolge zu, dass sie diesen Text selbst getippt und Ticket-Kopien schon Monate vorher erhalten hatte. Laut Staatsanwaltschaft wollte sich die langjährige Freundin von Kachelmann trennen, weil sie von seinen Beziehungen zu anderen Frauen erfahren hatte. Sie sagte, bei dem Streit in der Nacht des 9. Februar in ihrer Wohnung in Schwetzingen habe er ihr ein Küchenmesser mit acht Zentimeter langer Klinge gegen den Halsgedrückt und sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Während und nachder Tat soll er sie mit dem Tod bedroht haben. Das bestreitet Kachelmann. Er sagte aus, der Sex sei einvernehmlich gewesen, und sie hätten sich nur verbal gestritten. Der 51-jährige Schweizer war am 20. März verhaftet worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft sieht als Haftgrund Fluchtgefahr, weil die Schweiz ihre Bürger nicht der deutschen Justiz ausliefern würde.