Herisau/AR. Die Ausserrhoder Jungfreisinnigen sprechen sich gegen ein Verbot des Nacktwanderns im Kanton aus. Und sie halten einen Nacktwanderweg für eine gute Idee. - redMC
An der letzten Landsgemeinde hatten die Innerrhoder die Grundlagen für ein Verbot des Nacktwanderns diskussionslos verabschiedet. Auch in Ausserrhoden ist das Thema in dieser Zeitphase aufgekommen,schlug allerdings bislang weniger mediale Wellen als im inneren Land.
«Das an der Innerrhoder Landsgemeinde gutgeheissene Nacktwanderverbot veranlasst die JFAR zu grundsätzlichen Überlegungen. Die Jungfreisinnigen Ausserrhoden (JFAR) sind der Meinung, dass ein Verbot nicht zwingend nötig wäre», heisst es in einer Mitteilung der Jungpartei.Die JFAR erachten es als problematisch, wenn Freiheitsrechte aufgrund von mehrheitskonformen Moralvorstellungen aufgehoben werden. Weiter heisst es: «Freiheitsrechte entfalten ihre Wirkung gerade im Schutz von Minderheiten. Die Zeit der Sittengesetze gehört ins vergangene Jahrhundert!»
Die JFAR setzen sich laut der Mitteilung für die Freiheit eines jeden Bürgers ein. Liberal und tolerant sein, heisse jedoch nicht gleichzeitig, alles zu akzeptieren. Der freie Bürger habe auch Verantwortung zu tragen. Freiheit und Verantwortung bilden den Kern des Liberalismus. Die JFAR sind der Meinung, dass Nacktwandern durchaus auch zu den menschlichen Freiheiten gehören könnte (Stichwort: FKK-Strände). Die Verantwortung derjenigen, die diese Freiheit wahrnehmen möchten, liege jedoch darin, die bekleideten Wanderer vor unerwünschten Sichtkontakten zu schützen.
Abschliessend folgt ein konstruktiver Vorschlag der JFAR. «Die Appenzeller Narrengemeinde fordert nach ihrer alljährlichen Zusammenkunft einen Nacktwanderweg in Appenzell Ausserrhoden. Doch auch ohne närrisch zu sein, wäre dieser Vorschlag durchaus prüfenswert.» Die JFAR seien der Auffassung, dass ein Nacktwanderweg die Gemüter beruhigen würde, eventuell sogar eine neue Tourismusattraktion entstehen und die Freiheiten eines Jeden berücksichtigt werden könnten.
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