Der Gewerbeverband AI lud am Freitagabend zum Politapéro politisch aktive Mitglieder, den Vorstand und Ausschussmitglieder zu Austausch und Referat ins Restaurant Sammelplatz. Gekommen waren an die 40 Damen und Herren, darunter Prominenz aus Kantonsregierung und -parlament, aus den Bezirken, sowie ehemalige und aktuelle Vertreter Appenzell Innerrhodens in Bundesbern.
Gewerbeverbandspräsident Albert Manser wünschte sich, dass im anstehenden politisch intensiven und für den Kanton entscheidenden Jahr 2012 wieder mehr Eigenverantwortung wahrgenommen werde. Jeder einzelne Bürger könne zu einem angenehmeren Klima beitragen.
Die Lage der Nation analysierte Alt-Bundesrat Arnold Koller. Obwohl er sich vor 13 Jahren aus der aktiven Politik zurückgezogen hat, beobachtet er das Geschehen in und um Bern noch immer mit grossem Interesse. Seine Analyse der vergangenen Parlaments- und Bundesratswahlen fiel pointiert aus. Kollers Diagnose: Eine kolossal veränderte Sachpolitik im Vergleich zur früheren Regierungskultur im Bundeshaus. Die Parteien und ihre Exponenten kümmerten sich viel zu sehr um Personalpolitik anstatt die Bewältigung der zum Teil seit Jahren ungelösten Probleme anzugehen. Der ehemalige CVP-Bundesrat diagnostizierte einen Reformstau, der sich – falls die Bundesräte und Parlamentarier weiterhin als Einzelkämpfer agieren – noch verschlimmern könnte.
Als Therapie bot er an: «Auf Wunder hoffen!» Er hoffe, in der Schweizer Politik werde der gesunde Menschenverstand wieder eingeschaltet. Das grösste Vertrauen habe er ins Volk. «Es hat am meisten Sinn für das politisch Machbare. An Herausforderungen wird es uns nicht mangeln».
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