Appenzell - Mountainbike
Roman Dietrich

Einmal «Hölle» war nicht genug

«Einmal Hölle und zurück» lautet das Motto der Salzkammergut Mountainbike Trophy in Bad Goisern am Dachsteingebirge. Für einige wagemutige Appenzeller war dieses Rennen im Jahr 2017 anscheinend nicht genug und so kam bei Speis und genügend Trank die Idee auf, sich dieser Hölle in diesem Jahr nochmals zu stellen!

  • Das ist die Legende
    In der Teamwertung nach 2017 auch 2018 wieder zuoberst auf dem Podest: Stefan Inauen, Dani Räss und Roman Dietrich. (Bild: zVg)
  • Das ist die Legende
    Auf der «Extremstrecke». (Bild: zVg)

Die längste Strecke der Trophy misst 210,2 km, hat unvorstellbare 7119 Höhenmeter und gilt als der härteste MTB Marathon Europas. Die Ausfallquote beträgt zwischen 30 und 50 Prozent und flößt selbst eingefleischten Adrenalin-Junkies jede Menge Respekt ein. Neben einer ausgezeichneten Kondition wird den Athleten vor allem fahrtechnisches Können und mentale Stärke abverlangt.

Letzten Sonntag, pünktlich um fünf Uhr standen unter den 720 Startern auch Dani Räss, Stefan Inauen, Hampi Hörler, Roman Dietrich und Tom Giger in den Startblöcken. Gut trainiert und top motiviert machten sich alle in ihrem Tempo auf den langen und harten Weg. Mit den Wetterbedingungen schien das Erreichen des Zieles etwas einfacher...

Dani, Stefan und Roman konnten ganz vorne sehr gut ins Rennen starten, währenddessen Hampi und Tom etwas gemächlicher unterwegs waren. Roman war nur wenig hinter der Spitze unterwegs, mit besseren Zwischenzeiten als ein Jahr zuvor. Ähnlich ging es Dani und Stefan, nur wenig voneinander getrennt. Wiederum wurden wir von unseren Begleiterinnen zur Rennhälfte verpflegt und mit motivierenden Worten auf die restliche Distanz geschickt.

Während die Extremstrecke schon lange unterwegs war, startete Erwin Hörler auf die zweitlängste Strecke mit 120 km und 3800 Höhenmetern. Auch diese Distanz ist unter normalen Umständen als extrem einzustufen. Abenteuerlustig wie Erwin ist, wollte auch er sich dieser Challenge stellen und erreichte das Ziel überglücklich und zufrieden in 8.12 Std als 67 in seiner Kategorie (Rang 443 im Gesamtklassement bei ___ rangierten Teilnehmern).

Eine der kürzesten Distanzen bestritt Jeffrey Giger, da er altershalber nicht für die langen Distanzen zugelassen wurde! Auch er konnte eine Topleistung zeigen und erreichte den neunten Kategorierang (15.Gesamtrang bei __ Rangierten).

Die Appenzeller auf der Extremstrecke waren immer noch unterwegs. Roman fühlte sich super, wusste jedoch, dass das hohe Tempo irgendwann seinen Tribut verlangte. Identisch lief es bei Dani, welcher vor Stefan lag, der ein kräfteschonenderes Tempo anschlug. Nachdem der Hallstättersee umrundet war, ging es in den letzten sehr langen Anstieg mit gegen 30 Steigungsprozenten! Nach der ersten Serpentinenorgie kam das steilste Stück des Tages.

Stefan traute seinen Augen nicht: da machte ein Fahrer in den Farben vom Danis Bike Team Gymnastikübungen mitten auf der Strasse... Die «Krampfhexe» hatte bei Dani so richtig zugeschlagen! Das war für die restlichen 3,5 Stunden alles andere als optimal. Dani kämpfte sich trotzdem tapfer bis ins Ziel durch!

Roman, konstant im Bereich von Rang neun und zehn liegend, erreichte den höchsten Punkt des Tages, spürte jedoch, dass die Energiespeicher endgültig leer waren. Die letzten ca. 35 km und ca. 500 Höhenmeter sollten jedoch noch irgendwie möglich sein, auch wenn noch etwas Pech in Form eines «Plattfusses» hinzukam. Stefan war immer noch hervorragend unterwegs, gefolgt von Dani.

Während die Drei schon im Ziel waren, kamen langsam Sommergewitter in Form von Regen und Hagel auf, welche Hampi zu einer kurzen Verschnaufpause unter einer Tanne zwangen. Der kühlende Regen war sehr willkommen, da die Hitze den Sportlern unterschiedlich zusetzte. Tom war seinem grossen Ziel auch zum Greifen nahe und überquerte den höchsten Punkt ebenfalls, bevor er in das Gewitter geriet und auf der langen Abfahrt komplett auskühlte! Beim Verpflegungsposten unserer Begleiterinnen musste er so kurz vor dem Ziel leider aufgeben, mit dem Wissen es normalerweise sicher geschafft zu haben!

Die Appenzeller zeigten an diesem Tag wiedermal absolute Topleistungen und konnten die Teamwertung der Extremstrecke nach 2017 auch dieses Jahr wieder gewinnen!

Roman wurde in 10.45 Std fünfter in seiner Kategorie (zehnter der Gesamtrangliste).

Stefan in 11.23 Std 14. in seiner Kategorie (25. der Gesamtrangliste).

Dani wurde mit 11.31 Std Kategorie-Elfter (32. der Gesamtrangliste).

Hampi erreichte das Ziel in guten 14.02 Std als 83. in seiner Kategorie (218. der Gesamtrangliste)