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TV Gais an der zweiten Hammerball-Schweizermeisterschaft

Gestern Samstag reisten sechs Turner der Aktivriege des TV Gais nach Kesswil an den Bodensee, um an der zweiten Schweizermeisterschaft im Hammerball teilzunehmen. Richtig gelesen, es gibt eine Schweizermeisterschaft für diese Rand-, jedoch vermutlich bald Trendsportart.

  • Das ist die Legende
    Rolf Frischknecht, Ueli Frick, Simon Frick, Mattias Graf, Timo Rothmund und Beat Inauen. (Bild: zVg)

Wahrscheinlich ist dieses Spiel den Wenigsten bekannt. Es handelt sich dabei um ein Teamsport, bei welchem sich zwei Mannschaften in einem auf dem Spielfeld gegenüberstehen und versuchen sich mit drei Bällen gegenseitig abzuschiessen. Bei Treffer muss der Spieler aus dem Feld und darf erst wieder rein, wenn seine Mannschaft einen Gegner getroffen hat. Dazu kommt, dass bei «Fangbällen» oder Fehlern wieder ein Spieler der gegnerischen Mannschaft zurück ins Spiel darf. Gewonnen hat die Mannschaft, welche als erstes die Gegner eliminiert hat, oder nach Ablauf der sechsminütigen Spielzeit mehr Spieler auf dem Feld hat. So entsteht ein dynamisches Spiel, bei welchem Koordination, Teamgeist und Schnelligkeit gefordert sind.

Die Thurgauer Turnvereine, welche sich schon länger mit dieser Sportart beschäftigen, waren denn auch am Turnier die klaren Favoriten. Dazu muss man jedoch sagen, dass lediglich noch drei ausserkantonale Turnvereine den Weg an den Bodensee gefunden haben, nämlich der TV Vilnachern aus dem Aargau, der TV Hundwil aus dem Hinterland und eben der TV Gais. Die ersten sechs Spiele waren für die Mannen aus Gais eine echte Feuertaufe. Dort wurde klar; die Gegner machen das offensichtlich nicht zum ersten Mal. So konnte in der ersten Runde kein einziges Spiel gewonnen werden.

Ein ortsansässiger «Szenekenner» meinte jedoch, dass diese Erscheinung normal sei. Die ersten paar Spiele seien immer schwierig und ohne Spielerfahrung könne man kaum ein Spiel gewinnen. Mit diesen motivierenden Worten stürzten sich die Athleten aus Gais zur Mittagszeit in die Nachmittagsrunde, wo weitere acht Spiele auf dem Programm standen. Es zeigte sich, dass auch dort ein Sieg harte Arbeit bedeutet. Doch letztlich konnten sich die Gaiser tatsächlich noch zwei Spiele und somit sechs Punkte erarbeiten.

Leider reichte es mit zwei Siegen in 14 Spielen nicht für den Final um den Schweizermeistertitel, jedoch für Rang 22 von 23 klassierten Mannschaften. Aber hey… immerhin ist es eine offizielle Schweizermeisterschaft und dort zählt ja bekanntlich der olympische Gedanke. Und dazu gilt es zu sagen, dass es sich um ein sehr schönes, faires und vor allem lustiges Turnier handelte. Die einmalige Lage am See, die gute Stimmung unter den Teilnehmern und den einzelnen Turnvereinen und das herrliche Wetter trugen ihren Teil dazu bei.

Nachdem die Spiele entschieden waren, konnten sich die Gaiser Turner noch im Bodensee abkühlen, bevor die Bar unsicher gemacht werden konnte. Dort wurde noch bis spät in die Nacht getanzt, gelacht und neue Freunde, oder in einzelnen Fällen Freundinnen, gefunden. Schliesslich kann mit Sicherheit gesagt werden, dass im 2019 ein erneuter Angriff auf den Schweizermeistertitel von Seiten des TV Gais kommen wird.