Herisau
pd

Dies- und jenseits der Landesgrenze

Die Wanderung des Club 60plus führte die Seniorinnen und Senioren ins Rheintal, genauer gesagt dem Alten Rhein entlang. Nebst den Schönheiten, welche die Natur zu bieten hat, erfuhren die Teilnehmenden auch allerlei Geschichtliches. Dabei spielte ein Rohr eine wesentliche Rolle.

Der „Vater Rhein“ bildete kürzlich das Ziel der 37 60plus-Wanderer. Zwar begann die Wanderung mitten in Diepoldsau, folgte anfänglich kurz dem „neuen“ Rhein und führte durch ausgedehnte Gemüsefelder. Dann aber offenbarte der alte Rhein seine idyllische Schönheit. Er zeigte sich als abwechslungsreiches Naturparadies mit Feuerlilien, imposanten Baumufern, mal als kleines Rinnsal, mal als überraschend grosser See voller Leben. Gefällte Bäume verraten, dass auch der Biber sich in seinen Gewässern wohl fühlt. Höhepunkt war sicher der knapp 1 km lange schmale Grenzweg inmitten des alten Flusses. 

Am Schmitterzoll ging es auf die österreichische Seite zur Imbissstube „Am Rohr“, und von dort dann zurück zum Ausgangspunkt. Das Rohr am Alten Rhein ist nicht nur im Rheintal ein Begriff. Diese Wasserleitung, welche die Diepoldsauer „Insel“ mit der Vorarlberger Seite verbindet, erlangte vor allem während des zweiten Weltkriegs grosse Bekanntheit. Peter Schmid erzählte von der Rolle, welche dieses Rohr zur Zeit der Judenverfolgung als Fluchtweg gespielt hat. Das Eisentor als Grenze auf diesem Rohr ist ein magischer Ort, der wohl jeden Besucher tief betroffen macht.