Teufen
hr/margrith widmer

Panoptikum der Ausserrhoder Kulturszene

Seit 30 Jahren unterstützt die Ausserrhodische Kulturstiftung Kunstschaffende aller Sparten und fördert junge Talente.

Zum Jubiläum veranstaltete die Kulturstiftung am Samstag im Zeughaus Teufen ein zwölfstündiges Fest von Mittag bis Mitternacht. 30 Kulturschaffende aus allen Gebieten der Kunst bespielten die Jubiläumsbühne.
Stundenlang drehte sich die Bühne mitten im Zeughaus alle zwanzig Minuten für drei Minuten mit einer Performance von Kunstschaffenden aller Richtungen: musikalische Darbietungen, Präsentationen, Reden aus den Disziplinen Literatur, Tanz, Theater, Angewandte Kunst und Design, Film, Bildende Kunst und Architektur. Das Publikum bestand aus kulturinteressierten Menschen aller Altersgruppen, vom Baby bis zur früheren Obfrau des Ausserrhoder Heimatschutzes, Rosmarie Nüesch (91). Der Spoken-Word-Künstler Renato Kaiser führte mit amüsanten Wortspielereien durch das Jubiläumsfest.
Den Beginn machte stilgerecht Töbi Tobler mit seinem virtuosen Hackbrett-Spiel. Roman Rutishauser, Musiker, Komponist, Inhaber des „Containers für Unerhörtes“ in St. Gallen bespielte sein Kleinklavier brillant.
Ein Duschvorhang, zwei Ständer mit Badeteppich und Frottee-Tüchern: Eva Maria Zuberbühler zeigte die Badkollektion des „kollektiv vier“. Kontrast: Emanuel Geiser, informierte über Schweizer Pässe und ihre Höhe - im Wechsel mit einer Lautsprecherstimme, was zu durchaus gewollter Verwirrung führte.
Urs Klauser begann 1978, die vergessenen Sackpfeifen zu rekonstruieren und wieder zu beleben. Er porträtierte zwei Landschaften musikalisch: Bodensee und Appenzellerland.
Isabel Rohner wandelte mit einem umgestülpten Trichterkleid, weissen Strümpfen und Schuhen auf der Bühne, entlockte Vogellockpfeifen „Kuckuck“, Balzgesang, Windgesäusel und erbärmliches Babygeschrei - die versponnene Performance wurde ursprünglich in einem Wald mit weiss gestrichenen Baumstämmen in Darmstadt aufgeführt. Die Präsidentin der Kulturstiftung, Barbara Auer, zitierte den Text „Nervös“ von Robert Walser.
Am Abend spielten die Bands „Dejàn“ von Joana Obieta aus New York und „Rondom“ zum Tanz auf.